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Rückschau

vom Forum e.V.

„Auf den Spuren der Zisterzienser“ 2017


Die Reise “Auf den Spuren der Zisterzienser“ führte am 9. September 2017 in die Klosterlandschaft des Rheingaus, wo wir Stationen des “Rheingauer Klostersteigs” erkundeten.

 Unsere Reise auf den Spuren der Zisterzienser führte uns mit 38 Mitfahrerinnen und Mitfahrern am 9. September in die Klosterlandschaft Rheingau. Ziel war jedoch nicht das weithin bekannte Kloster Eberbach, das wir bereits bei früheren Reisen kennengelernt hatten, sondern kleinere, aber nicht weniger sehenswerte Orte zisterzienserischen oder allgemein klösterlichen Wirkens.

 Erstes Ziel war die Kirche des früheren Zisterzienserinnenklosters Marienhausen in Rüdesheim-Aulhausen. Die bereits in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts gegründete Abtei unterstand dem Kloster Eberbach und wurde in einer zweiten Säkularisationswelle 1811 aufgelöst. Die Gebäude erwarb das Bistum Limburg nach anderweitiger Nutzung 1888, um dort die Diözesanrettungsanstalt „Zum Heiligen Josef“ unterzubringen, die zuvor in Marienstatt bis zur Wiederbesiedlung durch die Zisterzienser ansässig war. Bis heute bestehen hier Einrichtungen für beeinträchtigte Menschen.
 Während die alten Klostergebäude 1915 weitgehend abbrannten und bis 1925 neu entstanden, blieb die alte Klosterkirche in ihren Außenmauern erhalten. Sie wurde ab 2011 – auch mit Unterstützung von Altbischof Franz Kamphaus – von beeinträchtigten Künstlern neu gestaltet. Abt Andreas stellte eindrucksvoll Fenster, Altar und Ambo, den Fußboden aber auch die monumentale Christusfigur oder das Reliefbild der Schutzmantelmadonna vor. Altes und Neues verbinden sich harmonisch in zisterziensischer Schlichtheit.

 Nach einem kräftigenden Mittagessen in Oestrich-Winkel besuchten wir mit der Basilika St. Ägidius im Stadtteil Mittelheim ein romanisches Kleinod. Der Bau stammt aus dem frühen 12. Jahrhundert und blieb weitgehend unverändert. Er gilt als eine der ältesten Kirchen im Rheingau. Ursprünglich war die Basilika eine Klosterkirche, erbaut von den Augustiner-Chorherren, die jedoch dort nur kurze Zeit lebten. Ab 1263 ist die Basilika Pfarrkirche der Gemeinde von Mittelheim.
 Das Zisterzienserinnenkloster Gottesthal hatte ab 1284 Patronatsrecht über Pfarrei und Basilika und war so bis zur Säkularisation für die Erhaltung zuständig. In einer Führung wurde die Kirche und ihre Ausstattung erläutert, so der romanische Hochaltar mit barocker Kreuzigungsgruppe und einem kleinen Andachtsraum unter dem Altar mit Altarmensa und Reliquiengrab, die Renaissancekanzel, der 8-eckige Taufstein aus Sandstein und die spätgotische Pietà aus Terrakotta (um 1420).

 Danach ging es nach Rüdesheim. Im Stadtteil Eibingen besuchten wir die Wallfahrtskirche St. Hildegard und St. Johannes der Täufer. Nach einem Brand im Jahr 1932 entstand die Kirche 1935 neu. In ihr befindet sich der 1929 geschaffene Schrein mit den Reliquien der hl. Hildegard von Bingen. Abt Andreas erläuterte die reichen figürlichen Darstellungen an dem aus vergoldetem Kupfer durch einen Kölner Goldschmied nach einem Entwurf eines Benediktinermönchs aus Maria Laach gefertigten Schrein.

 Anschließend erlebten wir die Anfang des 20. Jahrhunderts errichtete Klosteranlage de Benediktinerinnen des neuen Klosters St. Hildegard mit der monumentalen neoromanischen Klosterkirche, wo uns eine Mitschwester insbesondere die Wandgemälde im Stil der Beuroner Kunstschule erläuterte.

Den Abend beschlossen wir nach vielen neuen oder wiederbelebten Eindrücken bei Wein und einem guten Abendessen in einer Gutsschänke in Eltville-Rauenthal.


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