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Rückschau

vom Forum e.V.

„Auf den Spuren der Zisterzienser 2019“


Forum Abtei Marienstatt unterwegs nach Oberwesel und Saffig. Der Jahresausflug fand eine große Resonanz.

 Im September machten sich 42 Mitglieder und Freunden des Forums zusammen mit Abt Andreas Range O.Cist auf, um am Mittelrhein und in der Vordereifel Berührungspunkte zu Marienstatt aufzudecken. Verbunden wurde das Ganze mit einer Rheintour per Bus. Erstes Ziel war die Liebfrauenkirche in Oberwesel. Die hochgotische Stiftskirche ohne Querhaus überraschte durch ihre Schlankheit und Höhe. Der heutige Bau entstand in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts. Im Innern zeigte uns das Gotteshaus im Rahmen einer Führung seinen reichen Schmuck. Chor und Langhaus werden durch einen äußerst kunstvoll angelegten und reich ausgestatten Lettner getrennt. Verschiedene gotische Flügelaltäre zeugen von dem Glaubensleben des späten Mittelalters.
 Im Chor dominieren die gotischen Fenster und der Goldaltar aus dem 14. Jahrhundert. In zwei Zonen übereinander stehen vor Goldgrund die farbig gefassten Figuren. Sie verkünden vom Erlösungswerk Gottes an den Menschen. Es handelt sich um einen Schreinaltar und ähnelt unserem Marienstatter Ursularetabel. Möglicherweise kommen beiden aus der gleichen Schule. 1993 waren beide Gegenstand einer vergleichenden Ausstellung in Mainz. Daneben bot die Kirche eine Vielzahl von gotischen Wandmalereien und Grabdenkmäler vom 14. bis zum 17. Jahrhundert.
Lettner Lettner Nach der Führung nutzten wir die Gelegenheit, um Wein vom Mittelrhein zu kosten. Die örtliche Kolpingfamilie bewirtete uns vorzüglich.
 Über steile Straßen, enge Kehren und durch die Weinberge hoch über dem Rhein brachte uns der Bus zum Restaurant ‚*Loreleyblick Maria Ruh*‘, wo wir zu Mittag aßen. Dessen Name war Programm, bot sich doch von dort ein reizvoller Blick auf den Loreleyfelsen auf der anderen Rheinseite und ins Rheintal in beide Richtungen.

St. Cäcilia in Saffig St. Cäcilia in Saffig Anschließend fuhren wir durchs Rheintal nach Saffig, wo wir die Pfarrkirche St. Cäcilia besichtigen. Die alte Kirche ist ein Werk des weltbekannten Würzburger Baumeisters Balthasar Neumann und wurde als spätbarockes Gesamtkunstwerk von 1742 bis 1744 errichtet. Altäre, Gemälde, Statuen, Orgel und Dekorationen fügen sich zu einer Einheit von goldenem Glanz zusammen. Die heutige Ausstattung wurde erst von Pfarrer Max Langen zwischen 1953 und 1975 zusammengetragen und ersetzte eine zwischenzeitlich eingebrachte neoromanische. Hierbei ist die Abtei Marienstatt von besonderer Bedeutung: Pfarrer Langen war kurzzeitig Novize in der Abtei und wusste somit um nicht mehr benötigte barocke Ausstattungsgegenstände, die er dann für seine Pfarrkirche erwarb. Dazu zählten u.a. der Hochaltar mit der Darstellung des Auferstandenen und Taube, eine Himmelkönigin, verschiedene Statuen, von denen heute eine als Cäcilia den Patronatsaltar ziert, sowie Putti und die Kommunionbank aus der alten Anna-Kapelle. Es war beeindruckend, wie gut alles zusammenpasste.
 Auch in der 1958 bis 1960 gebauten neuen Pfarrkirche fanden wir einen ‚alten Bekannten‘. Egino Weinert, der für Marienstatt den früheren Pfarraltar aus Bronze mit Ambo und Kreuz geschaffen hatte, zeigte sich in Saffig für den Tabernakel und eine moderne Darstellung des Kreuzweges verantwortlich.

Mit vielen neuen Eindrücken konnten wir so die Rückreise antreten in der Vorfreude auf eine weitere Reise auf Spuren der Zisterzienser im kommenden Jahr.


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