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Rückschau

vom Forum e.V.

Reise des Forums Abtei Marienstatt zu den Zisterzienserausstellungen in Bonn und Königswinter


Tiefe Religiosität, wunderbare Kunst und wirtschaftlicher Erfolg der Zisterzienser im Mittelalter allgemein und in Heisterbach im Besonderen erlebten wir in den beiden Ausstellungen.

 Während im Landesmuseum Bonn unter dem Titel „Das Europa der Klöster – Konzern der weißen Mönche“ schwerpunktmäßig die Geschichte des Ordens im Mittelalter dargestellt wurde, beschäftigte sich das Siebengebirgsmuseum in Königswinter mit dem Mutterkloster von Marienstatt unter der Überschrift: „Zisterzienser in Heisterbach – Was war, Was ist, Was bleibt“.

Mit 43 Teilnehmern besuchten wir am 21. Oktober 2017 beide Ausstellungen. Besonders erfreulich war, dass wir dabei neben Abt Andreas mit P. Guido und den Fratres Gregor und Augustinus vier Konventsmitglieder in unseren Reihen hatten.

 Wir begannen in Königswinter, wo wir eine Sonderführung hatten. Wir erlebten anhand von Ausstattungsstücken oder auch per Computeranimationen, wie die Abteikirche Heisterbach vor 1803 ausgesehen haben dürfte. Andere Objekte zeugten vom Reichtum der Abtei und ihrem Einfluss auf die Umgebung, aber auch vom Leben der Mönche. Weitere Schwerpunkte waren die Auflösung 1803, die Umgestaltung der Klosteranlage in einen Park im 19. Jahrhundert, die Auswirkungen der Rheinromantik auf den Ort und heutige Nutzung der Baulichkeiten.

Das Landesmuseum Bonn ließ die europäische Dimension des Ordens im Mittelalter deutlich werden. 650 Klostergründungen der Zisterzienser in 150 Jahren: Im Rheinland, in der Eifel und im Westerwald entstanden allein kurz nacheinander die Abteien Kamp (1123), Altenberg (1133), Himmerod (1134), Heisterbach (1192) und natürlich Marienstatt (1212). Mit über 200 kostbaren Ausstellungsobjekten erzählte die Ausstellung die Erfolgsgeschichte des Ordens, der in dieser Zeit zu einem dynamischen Element der europäischen Zivilisation wurde. Er schuf Werte und Innovationen, die auch heute noch faszinieren.

 Zahlreiche Objekte wurden eigens für die Ausstellung restauriert und machten zusammen mit Modellen, Medien- und Mitmachstationen die Klosterwelt mit allen Sinnen erlebbar. Zu den Höhepunkten zählte der Hochaltar des ehemaligen Zisterzienserklosters Kamp und die Madonna aus Kloster Eberbach, eines der mittelalterlichen Hauptwerke, die im Louvre in Paris ausgestellt werden. Vier Schädelreliquien, reich und kostbar verziert, stammen aus dem Zisterzienserinnenkloster Marienfeld. Das Grabtuch des Holmger Knutsson, eine figürliche Bildstickerei war erstmals außerhalb Schwedens zu bewundern.

Auch aus und von Marienstatt zogen uns im Rahmen der Führung eine ganze Reihe von Exponaten in den Bann, wie die Marienstatter Tafeln mit der Gründungslegende der Abtei und der Abtschronik, aber auch eine Engelfigur aus dem 15. Jahrhundert, verschiedene mittelalterliche Kelche oder das Elfenbeinkästchen aus dem 12. Jahrhundert und die Reliquiengefässe, die wir 2016 in Marienstatt ausgestellt hatten.

 Bestaunen konnten wir auch in Zisterzienser- und Zisterzienserinnenklöstern entstandene, oft aufwändig geschmückte Handschriften im Original und in Faksimiles.
Sollte es in Zukunft ähnliche Ausstellungen geben, wollen wir gerne auch zu ihnen Fahrten anbieten.


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