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Philosophie im Kloster: Aristoteles: Über die Seele

Lektüreseminar

Montag 7. Oktober 2019, 11:00 Uhr - Freitag 11. Oktober 2019, 14:00 Uhr

Philosophie im Kloster: Aristoteles: Über die Seele

Lektüreseminar


„Über die Seele“ (griechisch „Peri psyches“, lateinisch „De anima“) fundiert weniger Psychologie im modernen Sinn, sondern Biologie, Erkenntnistheorie und Anthropologie. Aristoteles konzipierte die Schrift als natur- und geisteswissenschaftliche. Letztlich geht es um die Fragen: Wie kommt es, dass sich gewisse Dinge in der Natur von selbst bewegen? Was heißt Leben? Was sind die Gemeinsamkeiten und Differenzen im Bereich des Lebendigen? Worin unterscheidet sich der Mensch von anderen Lebewesen? Wir moderne Menschen gehen reichlich naiv davon aus, dass das ebenso ist. Aristoteles hört dagegen nicht auf zu fragen, warum das so ist.
Die Schrift ist nicht nur für die Antike interessant. Im Mittelalter wurde sie von Christen, von Muslimen wie Ibn Sina und Ibn Ruschd, aber auch von Juden wie Moses ben Maimon kommentiert; das heißt, wenn jemand in den interkulturellen bzw. interreligiösen Dialog einsteigen will, sollte neben der Nikomachischen Ethik auch „Über die Seele“ kennen.

Ausführliche Informationen (pdf/48 KB)

Ganz leicht erschließt sich Aristoteles nicht den „Spätgeborenen“, denn er kennt zum Beispiel nicht die moderne Chemie, sondern nur die vier Elemente Feuer, Wasser, Luft und Erde. Auch Naturgesetze wie die Gravitation sind ihm unbekannt. Darum erfordert die Lektüre Muße und eine offene, vernehmende Haltung; anders gesagt: die Bereitschaft, den Gedanken eines anderen nach zu denken.



Leitung:

 Dr. Andreas Fritzsche, geb. 1955 in Chemnitz (in der Geburtsurkunde steht „Karl-Marx-Stadt“), studierte katholische Theologie in Erfurt und Münster, promovierte in Philosophie und publiziert über Fragen der Ethik, Philosophie und Theologie. An den Universitäten Lüneburg und Hannover lehrte er Philosophie sowie angewandte Ethik.
Er ist verheiratet, Vater von vier Kindern und Opa von vier Enkeln.
seit 1981 in Westdeutschland
1995 – 2007 Direktor der katholischen Akademie St. Jakobushaus, Goslar
2001 – 2006 Ratsherr in Goslar
2007 – 2018 Universitäten Lüneburg und Hannover
seit 2018 im Ruhestand
www.dr-andreas-fritzsche.de

 P. Ignatius Fritsch OCist, M.A., Jahrgang 1959, studierte Musikwissenschaft, Kunstgeschichte, Philosophie und Theologie in Frankfurt a.M. und Innsbruck. Priesterweihe 1998, seit 2011 Zisterziensermönch. Schwerpunkte: Kunst der Barockzeit, Philosophische Ästhetik, Kunst und Kirche.


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