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21. April: Gedenktag des heiligen Anselm von Canterbury

Anselm entstammte einer adeligen Familie in der Lombardei. Nach dem Tod der Mutter und Spannungen mit dem Vater verließ er das Elternhaus und trat 1060 in das Benediktinerkloster von Le Bec in der Normandie ein.
Anselm war für seine Frömmigkeit und Gelehrsamkeit weithin bekannt. Und so wurde er 1076 Leiter der Klosterschule und 1079 zum Abt von Bec gewählt.
1093 wurde Anselm auf den Bischofsstuhl von Canterbury berufen. Als Erzbischof bekämpfte er die Gepflogenheit, dass geistliche Ämter durch weltliche Herrscher vergeben wurden, und setzte sich erfolgreich für ein Gesetz gegen die Sklaverei ein. Seine Konflikte mit den Herrschern brachten ihm wiederholt Exil und Verbannung ein.
Anselm gilt aber vor allem als einer der größten mittelalterlichen Theologen und „Vater der Scholastik“. Sein Leitsatz „Credo, ut intelligam“„Ich glaube, um zu erkennen“ wurde zum Antrieb seiner theologischen und wissenschaftlichen Arbeit. Dabei war Anselm ein zutiefst frommer Mensch, ein Mystiker, dessen Gebete ebenso berühmt sind wie seine philosophisch-theologischen Werke. Sein theologisches Hauptwerk ist „Cur Deus Homo“„Warum Gott Mensch wurde“, in dem Anselm über die Menschwerdung und das Leiden Christi für die Sünden der Welt nachdenkt.
Anselm starb am 21. April 1109 in Canterbury.

Ein österliches Lied Anselms, das mich sehr bewegt, weil es die Mütterlichkeit Jesu besingt, habe ich aus dem Englischen ins Deutsche übertragen:

Jesus, wie eine Mutter scharst Du Dein Volk um Dich: Du begegnest uns sanftmütig wie eine Mutter ihren Kindern;

Oft weinst Du über unsere Sünden und unseren Stolz: behutsam ziehst Du uns weg von Hass und Verurteilung.

Du tröstest uns im Leid und verbindest unsere Wunden: in Krankheit pflegst Du uns gesund, und fütterst uns mit reiner Milch.

Jesus, durch Dein Sterben sind wir zu neuem Leben geboren: durch Deinen Schmerz und Deine Geburtswehen gelangen wir zur Freude.

Durch Deine liebende Herzensgüte wird aus Verzweiflung Hoffnung: durch Deine Sanftmut finden wir Trost in der Angst.

Deine Wärme schenkt den Toten neues Leben: Deine Berührung bringt Sünder auf den rechten Weg zurück.

Herr Jesus, heile uns mit Deiner Barmherzigkeit: erschaffe uns neu durch Deine Liebe und Zärtlichkeit.

Dein Mitgefühl schenke uns Gnade und Vergebung: möge Deine Liebe uns auf die Schönheit des Himmels vorbereiten.

Ich wünsche Ihnen und mir, dass der hl. Anselm uns mit seiner Liebe zu Jesus ansteckt.

Ihr P. Benedikt


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