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aus der Abtei

Osterimpuls


Liebe Schwestern und Brüder im Osterlicht!

Ohne dass Sie – wie sonst – in unseren Gottesdiensten präsent gewesen wären, haben wir in aller Frühe die Osterliturgie gefeiert und das Licht Christi in das Dunkel unserer Kirche, unserer Herzen und dieser ganz besonderen Zeit leuchten lassen. Im Namen meiner Mitbrüder wünsche ich Ihnen von Herzen, dass Sie das Licht Christi in Ihr Leben und in Ihren bald wieder beginnenden Alltag hineinleuchten lassen. In unser aller Galiläa! Das Licht Christi erhellt alle Situationen und jede Finsternis.

Der Ostermontag steht ganz im Zeichen des Evangeliums von den Emmausjüngern. Keine andere biblische Erzählung fängt das Doppelspiel von Traurigkeit und Glaubensfreude so überzeugend ein wie diese von Lukas so wunderbar komponierte Episode der zwei Jünger, die Jerusalem nach dem Kreuzestod Jesu mit ausgebrannten Herzen und hängenden Köpfen verlassen und auf dem Weg nach Emmaus ihre Herzensblindheit mehr und mehr ablegen. Es bewahrheitet sich die Verheißung: Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen. Als die beiden im Nachhinein realisieren, dass der Auferstandene von Anfang an bei ihnen war, dass er ihnen die Schrift ausgelegt und das Brot gebrochen hatte, fassten sie sich ein Herz für die Brüder und kehrten verwandelt und osterfroh zurück nach Jerusalem. Hier treffen sie auf das Kollektiv der an den Auferstandenen glaubenden Jüngerinnen und Jünger.

Adrienne von Speyr, eine Mystikerin unserer Tage, hat den Auferstandenen in einem Gebet angesprochen, das ich Ihnen weitergeben möchte. Es ist im Wir-Ton verfasst. Wir – die Kirche, die Gemeinschaft der Getauften – wir bedanken uns für die Gnade des Osterfestes. Als Erlöste dürfen wir aufatmen und uns der ständigen Gegenwart Christi, unseres Bruders, erfreuen.

Herr, wir danken Dir für das Osterfest. Wir danken Dir, daß Du nach Deinem Tod und Deinem Abstieg zur Hölle, nachdem Du alle Verlassenheit durchkostet hast, zu uns zurückgekehrt bist, Dich unserer kleinen Verlassenheit erinnert und sie mit der Fülle Deiner Gegenwart überwunden hast. Obwohl Du den Tod erlittest, den wir durch die Last unserer Sünden verschuldet haben, kommst Du als unser Bruder zu uns zurück mit dem Geschenk Deiner Erlösung. Du läßt es uns nicht entgelten, daß wir Dich ans Kreuz gebracht haben, läßt uns vielmehr teilnehmen an Deiner Freude, feierst ein Wiedersehen mit uns, als seien wir nie untreu gewesen, als hätten wir stets in Glaube und Vertrauen auf Dich gewartet, als seien wir fähig, selber Deiner Freude etwas hinzuzufügen. Wir sind die durch Dich Erlösten, und dennoch bleibst Du unser Bruder.
Herr, laß uns dankbar werden. Laß den Dank, den wir Dir und Deiner Mutter schulden, von jetzt an uns immer begleiten, laß ihn fruchtbar werden und ihn überall fühlbar sein in unserem Dienst. Laß uns Erlöste sein, die wirklich ihr ganzes Leben mit Deiner Erlösung füllen, Dich überallhin begleiten, Deinen Willen zu tun versuchen, wie Du den Willen des Vaters tust. Laß uns nicht nur die Frucht Deiner Leiden und Deiner Erlösung genießen, sondern von heute an versuchen, Dich als unsern Bruder, unsern wahren Erlöser immerdar in unserer Mitte zu wissen, nie zu vergessen, daß Du da bist, daß Du unsere Untreue mit Treue, unsern Unglauben mit noch größerer Gnade beantwortet hast. Laß jeden Tag, ob schwer oder leicht, zu einem solchen werden, der die ausgesprochene oder doch die verborgene Freude in sich schließt, zu wissen, daß Du uns erlöst hast und zum Vater zurückkehrend uns mitnimmst. Wir bitten Dich um Deinen österlichen Segen, worin der Segen des Vaters und des Geistes eingeschlossen sei. Amen.

Sprechen wir den Auferstandenen an! Lassen wir ihn zu! Seit Ostern ist er für uns da – in guten und in bösen Tagen.

Eine gesegnete Osterzeit wünscht Ihnen in österlicher Freude

Abt Andreas und der Marienstatter Konvent.

P.S.: Gebe Gott, dass öffentliche und gemeinsame Gottesdienste im Lauf der Osterzeit wieder Wirklichkeit werden!!!!!!!!!!!!!!!!!!!


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