Nr. 10 ist geschafft
Die Restaurierung der Apostelfiguren bewegt sich auf die Zielgerade zu.
Wie bei den früheren Figuren wurde auch diese, die Apostel Jakobus den Älteren darstellen soll, konserviert, um die vorhandene Substanz zu erhalten, sowie restauriert, um das Erscheinungsbild der Figur zu optimieren.
Die Skulptur wurde aus Holz, vermutlich Linde geschnitzt. Der Träger besteht im Hauptteil aus einem Stück, seitlich wurden ein großer Block angesetzt. Die Rückseite ist stark ausgehöhlt mit sichtbaren Beitelspuren. Das Holz ist teilweise stark von inaktivem Holzwurm zerfressen.
Wie alle, heute leider nur noch drei der zugehörigen Apostelfiguren, war die Skulptur ursprünglich polychrom gefasst. Dies ist schon mit bloßem Auge, vor allem im Bereich der Faltentiefen sichtbar, da dort einige Fassungsreste erhalten sind. Rosa Fragmente befinden sich am Hals, im Gesicht und an den Händen. Die Hosenbeine waren rot gefasst, deutlich sichtbar an den zahlreichen Resten auf der Rückseite der Beine.
Bei den Arbeiten wurden Lockerungen der Grundierungsschicht sowie der Fassung gefestigt. Der grobe Schmutz wurde entfernt, die vergoldete Bordüre gereinigt, der stark vergilbte Überzug abgenommen und Überkittungen entfernt. Der fehlende große Zeh am rechten Fuß wurde in Lindenholz schnitzerisch nachgestellt. Der nur lose mittels einer Schraube befestigte Mittelfinger einer Hand wurde entfernt und durch einen Holzdübel ersetzt.
Breite Risse und ausgebrochene Kanten wurden mit einem Leim-Kreide-Kitt aufgrundiert. Ebenso wurden sehr dunkel weggeschlagene Bereiche und holzsichtige Fehlstellen mit Kreidegrund weiß grundiert.
Die hellen Kittungen wurden weitgehend in Strichretusche farblich angepasst. Die Fehlstellen wurden meist im Grundierungsfarbton geschlossen. So auch bei kleinen Fehlstellen in blauen, grünen und roten Fragmenten. Die Pupillen waren nach Abnahme des Überzuges und der Übermalungen leicht angedeutet erkennbar und wurden durch wenige graue/braune Punkte geschlossen.
Nach dem Auftrag des Schutzüberzuges wiesen die Retuschen an sehr glatten Stellen Bereibungen auf, so dass eine Nachretuschierung erfolgtet. Zum Schutz der Fassungsreste bzw. der Grundierung und der aufgebrachten, wasserlöslichen Retuschen wurde ein abschließender Überzug aufgebracht. Da es nur ein dünner Überzug ist, bleiben die Retuschen Feuchtigkeitsempfindlich.
Ein weiterer Schritt zum dauerhaften Erhalt der wertvollen, über 300 Jahre alten Apostelfiguren ist damit nicht zuletzt durch das Engagement der Mitglieder und Spender des Forums erreicht. Dafür herzlichen Dank!
Die elfte Figur ist derzeit in Arbeit. Die zwölfte und letzte soll im kommenden Jahr folgen.
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