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Klosterbibliothek


Je mehr dein Erkenntnisvermögen zu fassen vermag, desto kühner wird deine Sehnsucht. (Bernhard von Clairvaux)

Marienstatts besondere Kostbarkeit


Als besondere Kostbarkeit gilt die seit 1910 in einem neu errichteten Anbau untergebrachte Bibliothek.

In Marienstatt sind zwei Vorgängerbauten für die Bibliothek überliefert. Während der Barockzeit befand sich die Bibliothek im ersten Stockwerk des nördlichen Kreuzgangflügels. Ein zweiter Raum ist für den Zeitraum der Säkularisation und der Wiederbesiedlung im süd-östlichen Ende des Abteigebäudes nachweisbar.

Als die Väter vom Hl. Geist (Spiritaner) 1864 nach Marienstatt kamen und bis 1873 hier wirkten, entstand eine neue Klosterbibliothek. Eine beträchtliche Anzahl von Büchern, die sie bei ihrer Vertreibung zurücklassen mussten, ist erhalten geblieben und in das Eigentum der Abtei Marienstatt übergegangen.
Nach der Wiederbesiedlung Marienstatts im Jahr 1888 schenkte das Gründerkloster Mehrerau die ersten Bücher für eine neue Bibliothek.

Dem regen wissenschaftlichen Forschen einzelner Mönche ist es zu verdanken, dass eine gut ausgestattete Bibliothek in Marienstatt entstand.
Der rasch wachsende Buchbestand erforderte ab 1907 die Errichtung des heutigen Bibliotheksbaus, dessen äußere Formen den bestehenden Barockgebäuden angepasst wurden. Nach Fertigstellung des Gebäudes im Jahr 1909, das ein frühes Beispiel für den Betonbau im Westerwald darstellt, konnte der Buchbestand neu geordnet werden. Die barocken Skulpturen der zwölf Apostel, die ursprünglich an den Säulen im Hauptschiff der Abteikirche aufgestellt waren, haben einen neuen Platz in der Bibliothek bekommen.

„Armarium“

In den alten Klöstern bezeichnete man die Bücherschränke und -nischen oft als „armarium“, als geistige Rüstkammer. Die Buchbestände eines Klosters wurden häufig von den Mönchen selbst angefertigt, meist auf Grundlage von Buchleihgaben befreundeter Klöster. Der spezifische monastische Dienst der Mönche in der Ortskirche, Liturgie, Opus Dei und lectio, machte es notwendig, dass jeder Zisterziensermönch zumindest lesen können musste. Dem Gründungskonvent eines neuen Zisterzienserklosters mussten also die wichtigsten Werke für Gottesdienst und Lesung zur Verfügung gestellt werden. Sie bildeten den Grundstock der im Lauf der Zeit immer größer werdenden Bibliotheken, die den Umzug aus dem Kreuzgang in dafür oft neu geschaffene Gebäude nötig machte.

Bibliotheksbestand

Von den heute über 100.000 Medieneinheiten, darunter 96.000 Bücher, gehören ca. 21.500 zum historischen Altbestand, der seit März 2017 als national wertvolles Kulturgut geschützt ist. Hierzu gehören u. a. große Teile der Privatbibliothek des ersten Abtes nach der Wiederbesiedlung und späteren Bischofs von Limburg Dominikus Willi (Abt von 1889-1898, Bischof von 1898-1913), einige vollständig dem Kloster vermachte Privatbibliotheken von Geistlichen sowie Handschriften und Drucke untergegangener Klöster des Ordens (Altenberg, Hardehausen, Kamp, Heisterbach, Heinrichau).

Die Bibliothek mit ihren reichen Beständen an ordens- und regionalgeschichtlichen, aszetischen sowie theologischen Werken ist für Wissenschaft und Forschung nach Terminvereinbarung zugänglich; außerdem finden regelmäßige Führungen statt, bei denen der Schwerpunkt auf den historischen Buchbestand gelegt wird.

Anfragen zur Bibliothek und zum Archiv der Abtei: E-Mail schreiben

Bibliotheksführungen

Maximale Teilnehmerzahl: 15 Personen. Um eine Voranmeldung wird jeweils gebeten:

Einblicke

in die eindrucksvoll gestalteten Bibliotheksräume und ihre Schätze.


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